Hallo ihr Lieben,
heute möchte ich, Katharina, mit euch ein wenig über das Thema Glück reden. Was ist Glück? Was macht glücklich? Wer oder was bestimmt, dass man sich glücklich fühlt? Kann man immer glücklich sein? Muss man immer glücklich sein? Reicht nicht auch manchmal einfach nur "zufrieden"?
THE GRASS IS ALWAYS GREENER ON THE OTHER SIDE
Das Wort Glück ist nach meinem Empfinden omnipräsent in unserer Gesellschaft. Jeder muss ständig gut gelaunt sein und immer in allen Lebensbereichen nach Höherem streben, ständig alles "spannend" finden, sich im Beruflichen und Privatem optimieren, äußerlich wie innerlich. Und hast du bei all dem immer ein Lächeln im Gesicht und strotzt nur so vor Energie, dann läuft's scheinbar gut für dich. Man will sich mit dir umgeben, du bist vielleicht ein Vorbild. Das zumindest scheint ein allgegenwärtiger Anspruch von heute. Auf der anderen Seite: Ohne diejenigen, die es scheinbar besser und schneller machen, hätten wir selbst manchmal keinen Anreiz uns irgendwie zu verändern, zu verbessern.
Rein logisch betrachtet kann es so etwas wie "Glück" jedoch nur geben, wenn es im Gegenzug auch negative Dinge gibt, durch die wir lernen die guten von den schlechten Momenten zu unterscheiden. Als logische Konsequenz heißt das, Glück ist vergänglich, Glück ist immer nur ein Augenblick. Genauso wie Pech oder etwas anderes Schlechtes. Aber wenn wir mal ehrlich sind, besteht das Leben nicht eigentlich hauptsächlich aus ganz viel Normalität und Alltag zwischen diesen beiden Polen?
Glück an sich hat für mich außerdem eher etwas mit Zufall zu tun. Meine Mama verwendet gerne die Redewendung "das Glück des Tüchtigen", wenn meine Arbeit wertgeschätzt wurde, ich Lob oder Anerkennung bekommen habe. Ich antworte darauf meist mit einem Schulterzucken. Sehr gerne würde ich an diese Redewendung glauben, denn sie tröstet. Aber mir zeigt das Leben einfach nicht, dass man sich gute Momente erarbeiten kann bzw. dass jeder, der nur schön fleißig (an sich) arbeitet, tut und macht auch den "gerechten" Lohn dafür bekommt.
THE BRIGHT "SIGHT" OF LIFE
Wenn ich an Glück denke, muss ich sagen zufrieden sein ist auch manchmal ganz ausreichend. Humor ist für mich auch ein Schlüssel, nicht immer unglücklich zu sein. Zumindest damit mal die Perspektive zu wechseln. Was läuft grad alles eigentlich ganz gut? Entspannt zu sein fühlt sich gut an, Ruhe genießen zu können, ein warmes Plätzchen zu haben. Mit sich im Reinen sein macht unbewusst ebenfalls sehr ausgeglichen und um nicht zu sagen: glücklich. ;) Vielleicht macht ihr euch das ja auch gerade in diesem Augenblick, wo ihr diese Zeilen lest, bewusst.
Unterm Strich jedoch muss man sich auch irgendwie eingestehen, dass man dieses Ding namens Zufall, das was manche Schicksal nennen, nicht in der Hand. Liebe...Kinder...Gesundheit... Manchmal öffnen sich unverhofft Türen, manchmal schlägt das Schicksal derbe zu und wirft einen zu Boden. Der Punkt für mich ist aber die Zeit dazwischen und das soziale Netz, was man sich für solche Fälle aufbaut. Denn was kann man gegen das Schicksal unternehmen? Genau: gar nichts.
Das einzige Gesunde, was man dagegen bzw. mit diesem mitunter sehr lähmenden, hoffnungslosen Fakt tun kann, ist ihm nicht zu viel Raum in seinen Gedanken zu geben, im Moment zu leben. Was "Carpe diem!" in den 1990ern war, läuft heute unter dem Label "Achtsamkeit" oder auch "Entschleunigung". Das Prinzip dahinter ist dasselbe geblieben: Schalt mal einen Gang runter, atme durch, schau dich um, geh in dich und werd dir deiner selbst bewusst.
GLÜCKSTRAINING
An dieser Stelle möchte ich auch über ein für mich besonderes Buch sprechen. Es hilft mir seit einigen Jahren immer wieder zur Ruhe zu kommen, abzuschalten, zu differenzieren: "Mein Glückstrainingsbuch" von Heide-Marie Smolka.

Dieses Buch lehrt Achtsamkeit, den schönen Momenten mehr Raum zu geben und zwar nicht nur vom Zeitanteil her, sondern v.a. vom gedanklichen Anteil her.
Es lehrt Vorfreude und Nachfreude. Es lehrt zwischen verschiedenen Lebensbereichen zu unterscheiden und Abstufungen in deren Bewertung auf der "Glücksskala" vorzunehmen. So wird das, was gerade nicht so optimal läuft und alles andere überstrahlt in eine, und zwar nur
eine, Kategorie verwiesen. Und das, was eigentlich gut läuft oder zumindest ok ist, wird sichtbar. Das Buch lehrt, dass jede Situation verschiedene Sichtweisen hat.
Das schönste aber ist, dass das Glücktrainingsbuch ein Arbeitsbuch ist. Man wird aufgefordert Kreuzchen zu machen, Tabellen auszufüllen, einzelne Aspekte auf Skalen einzutragen, Listen zu erstellen. Zum Beispiel möglichst viele schöne Dinge aufzuschreiben, "Dinge", die man nehmen, aber auch geben kann - ohne Geld versteht sich - und man wird dazu angehalten auch ja in allen fünf Sinnen zu denken. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass man alte Hobbies, Gewohnheiten oder Orte wiederentdeckt, die einem doch mal so gut taten. Am praktischsten für den Alltag finde ich zum Beispiel das so genannte Entscheidungsdreieck: Love it - Change it - Leave it. Googelt mal danach.
Unterm Strich erzählt das Glückstrainingsbuch davon, wie wir die negativen Gedanken im Zaum halten können. Verbringt Zeit mit euren Liebsten, probiert Neues aus, lebt im Moment. Denn an all die schlimmen Dinge zu denken, die eventuell, möglicherweise oder sogar gewiss kommen werden, verderben euch den Augenblick. Und wenn ihr es zulasst wahrscheinlich sogar die ganze Zeit bis zu jenem Tag. Durchdenkt jene bedrohliche Situationen kurz, seid vorbereitet, macht euch einen Plan - insofern es etwas zu planen gibt - und dann beschäftigt euch konsequent mit etwas anderem.


Jetzt habt ihr vielleicht den Eindruck, dass ich der positivste Mensch auf Erden bin, aber falsch gedacht. An diese Dinge muss ich mich selbst auch immer wieder erinnern, denn gerade bei Stress vergesse ich alle guten Vorsätze. Meine Gedanken gleichen dann einem Karussel, sehr assoziativ und unlogisch. Ich merke auch körperlich, wenn es mir nicht gut geht: mein Nacken verspannt sich, ich bekomme Kopfschmerzen. Auch die schönen Dinge nach Feierabend oder am Wochenende kann ich dann nicht mehr genießen, bin unruhig. Bei Treffen mit Freunden zum Beispiel läuft es dann so: Ich bin nicht mit ganzem Herzen dabei, weil da scheinbar so vieles anders ungeklärt ist. Für Hinterher gibt es eigentlich nur zwei Varianten: Entweder ich hatte eine großartige Zeit und wurde abgelenkt, fand ein offenes Ohr oder ich bereue nicht im Augenblick gewesen zu sein. Schlecht gelaunt, zu ruhig wahrscheinlich, vielleicht ungeduldig und unschlüssig. Auf jeden Fall war ich kein guter Zuhörer. Und mich selbst mitteilen und aus meinem Grübel-Universum rauskommen konnte ich mal schon gar nicht.
...Dies waren nur ein paar Gedanken, ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Logik.
An dieser Stelle würde mich jetzt interessieren:
Welche "Strategien" ihr habt, wenn es euch mal nicht so gut geht. Was macht euch glücklich? Was holt euch in das Hier und Jetzt zurück?
Bei mir sieht das so aus:
In diesem Sinne, lebt im Augenblick und freut euch an den kleinen Dingen! Ich wünsche es euch!
Alles Liebe! ♥
✎ Eure Katharina
P.S.: Ich freue mich über jeden Kommentar. Wenn ihr mal reden müsst, schreibt uns.