Die 25jährige Pariserin Eleonore Delacourt, gennant Nelly, ist sensibel, verkopft und
heimlich in ihren Philosophie-Professor verliebt. Natürlich ist diese
Liebe (oder eher: einseitige Schwärmerei) zum Scheitern verurteilt. Und Nelly sucht
einen Weg, mit ihrem Liebeskummer fertig zu werden.
Wahrscheinlich zum
ersten Mal in ihrem Leben macht sie etwas völlig Unvernünftiges, was
ihr allerdings gut steht: Sie legt ihre Abschlussarbeit auf Eis und lebt für die nächsten vier Wochen im romantischen Venedig.
John kehrt 10 Jahre nachdem er als gestresster Manager in
das Café am Rande der Welt kam, zurück an diesen magischen Ort, dem Ort der
Selbsterkenntnis. Diesmal ist er jedoch nicht Lernender, sondern selbst Mentor für die
gerade angekommene Jessica.
Marla ist Anfang 20 und Teil der Hipster-Szene in Berlin. Auf der Suche nach "mehr", zieht sie von Party zu Party und von Mann zu Mann, aber nichts ist genug. Anlässlich des Geburtstages ihrer Oma zieht es sie zurück in die Heimat, in ihr Elternhaus an die Nordsee. Sie spürt, dass da etwas Ungeklärtes in der Luft hängt. Ein Realitätsgewitter erwartet sie, dass sie umwirft und doch den ersten Schritt zum nächsten, neuen Leben markiert.
In meiner Wohnung gibt es von einem besonders viel. Nein, nicht MakeUp, nicht CDs, sondern Bücher. Romane, Sachbücher, Lyrik, Theaterstücke, deutsche, englische, aus dem Mittelalter bis heute - you name it, I got it. Mit dieser Liebe zu Büchern bin ich quasi auf die Welt gekommen. Es ist angeboren oder anerzogen, wie auch immer ihr es sehen wollt. Bücher kaufen entspannt, Bücher bei sich zuhause im Regal anzuschauen, wie sie bunt nebeneinander stehen, mit dem Rücken abschließend das Regal füllen, tausende Welten und Ansichten vereinend, die in der Realität unvereinbar sind. Es gibt kaum etwas schöneres. Außer lesen natürlich. Wobei: Manchmal ist das Entdecken und die Vorfreude auf ein Buch ja dann leider noch das Beste. Heute zeige ich euch wieder ein wildes Potpourri an Büchern, die ganz neu in meinem Regal stehen.
Wer sich für Geschichte und gesellschaftliche Entwicklungen
in Buchform interessiert, ist heute hier genau richtig. Mit „89/90“ des
Dresdner Autors Peter Richter möchte ich euch einen Roman vorstellen, der die
Wendejahre 1989 und 1990 beschreibt, geschrieben von einem Autor, der das
Erzählte in großen Teilen genauso selbst erlebt hat.
Wenn ich so durch die Straßen laufe und fremde Paare an mir
vorbeigehen, frage ich mich manchmal, was gerade diese beiden Personen
verbindet. Vor allem, wenn beide auf den ersten Blick so gar nicht zusammen
zu passen scheinen. Ich frage mich dann, was beide wohl aneinander möge oder bewundern, was ihr
gemeinsamer Nenner ist. Aber vielleicht auch welche Dinge sie am anderen nur tolerieren
oder gar nicht mögen. Um dieses Thema dreht sich das Buch, was ich euch heute
vorstellen möchte: „La Noia“ (dt. die Langeweile) von Alberto Moravia aus dem
Jahr 1960.
Die rare Anzahl an Buch-Posts in letzter Zeit hat leider genau die Realität widergespiegelt. Im letzten halben Jahr bin ich, Katharina, kaum zum Lesen gekommen. Und ich vermisse es so! Als kleinen Vorsatz fürs neue Jahr habe ich darum voller Optimismus die Wunschzettel mit jeder Menge Bücher gefüllt und wurde reichlich beschenkt. Da ich Anfang Januar gleich auch noch Geburtstag habe, konnte ich um den Jahreswechsel wieder doppelt "abgreifen". Und so zähle ich nun insgesamt sieben neue Bücher mein eigen, die ich euch heute vorstellen möchte.
Welche Frage treibt uns jede Woche donnerstags um? Richtig: Welche neuen Filme starten im Kino? Deshalb möchte ich euch in diesem Blogpost von der Verfilmung des Hype-Romans Tschick erzählen, die heute in den Kinos startet. Den durfte ich nämlich bereits Ende August für euch schauen. Für die nötigen Hintergründe zum Buch und damit das Ganze nicht langweilig wird, habe ich mich mit der lieben Maja von DoubleBlushed zusammengetan (müssteter ja langsam kennen, wa?). Sie hat sich auf ihrem Kanal bereits gestern ausführlich dem Buch gewidmet. Schaut bitte vorbei! Gemacht? Wiiiirklich? Gut, dann geht's los.
Für den heutigen traditionsgemäßen Music Monday auf unserem Blog habe ich (Katharina) euch einen Song aus einem ganz besonderen Anlass heraus mitgebracht: Ein kleiner musikalischer und optischer Vorgeschmack auf meinen Blog-Beitrag am Donnerstag, in dem ich euch den Kinofilm Tschick genauer vorstellen möchte, den ich vorab für euch schauen durfte. Die Verfilmung von Wolfgang Herrndorfs Roman Tschick wird am Donnerstag dann auch schon in den Kinos starten - wenn diese Aussicht mal keine Motivation ist, heute so schnell wie möglich die Woche anzugehen, weisch auch net... Ich präsentiere euch daher heute - tusch - den Lead-Track zum Film samt Musikvideo mit Tschick-Darsteller Anand Batbileg: "French Disko" von den Beatsteaks und Dirk von Lowtzow. Enjoy!
Sibylle Berg ist für mich, Katharina, eine der faszinierendsten Persönlichkeiten, die es unter den Literaturschaffenden im Moment gibt. Sie ist Autorin, Regisseurin und Kolumnistin. Schon lange wollte ich etwas von ihr lesen und habe immer nach dem perfekten Einstiegsbuch gesucht, um sie auch als Mensch besser kennen zu lernen. Sehr erhellend und hilfreich war dabei eine Folge von "Bauerfeind assistiert". Danach wusste ich nur noch: Du musst jetzt endlich etwas von ihr lesen! In meinem Einkaufskorb landete dann unter anderem "Wie halte ich das nur alles aus?" von dem ich euch heute erzählen möchte.
Wirklich gute Kunst kann nur von unglücklichen Menschen stammen. Warum also nicht mit einer Organisation nachhelfen, die Künstlern dauerhaft Unglück beschert? Denn an Kunst möchte ja schließlich was verdient werden. - Ein Ansatz dem der Autor Joey Goebel in seinem Roman "Vincent" nachgeht. Wie er das macht und wie ich das Ganze fand, davon möchte ich, Katharina, euch heute erzählen. :)
Einen neuen Montag zeigt der Kalender, 8:00Uhr blinkt es gerade auf der Uhr, der Himmel...hier eher bedeckt. Wie geht es euch heute? Wie habt ihr das Wochenende verbracht? Habt ihr zu derjenigen Landeshälfte gehört, die vom Gewitter durchnässt und behagelt wurde oder habt ihr euch noch mal tüchtig von der Sonne brutzeln lassen. Ich, Katharina, zähle auf unserer Seite genau einmal Sonnenbrand...
Was erwartet euch heute in unserer Montagsreihe? Ihr habt es ja sicher schon am Titel abgelesen: Heute gibt es an dieser Stelle einen etwas anderen, nämlich literarischen, gar philosophischen Montagsbeitrag. Aber keine Angst, Musik bekommt ihr trotzdem auf die Ohren, wenn ihr mögt. :) Aus aktuellem Anlass habe ich, Katharina, euch heute ein paar Gedanken zu Sven Regener mitgebracht. Seines Zeichens nach Sänger und Songschreiber der Band "Element of Crime", aber eben auch Schriftsteller.
Kommen wir nun zunächst ordnungsgemäß zum Montagssong. Ausgesucht habe ich euch "Ein Hotdog unten am Hafen". Ein Lied, das mir noch aus dem Leander-Haußmann-Film "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe" im Gedächtnis geblieben ist und wohl meine erste Begegnung mit der Musik von Sven Regener war:
Element of Crime - "Ein Hotdog unten am Hafen"
(mit Szenen aus dem Film: "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe")
Humor in seiner reinsten und tragischsten Form - dafür steht Sven Regener für mich. Ob er Musik macht oder schreibt, er erzeugt stets einen schlichten, ungefilterten Blick auf die Welt, erzählt von den absurdesten und traurigsten Ereignisse einfach aneinandergereiht, ganz ohne Pathos. Eine Tragikomik und ein gewisses kindliches Erstauntsein begleitet seine Hauptfiguren - sei es in seinen Liedern oder in seinen Büchern. Damit schafft er eine Distanz zwischen Handlungsebene und Wahrnehmung. Eine Distanz, die einen nachdenken und stutzen lässt, die zugleich erfrischt und befreit. Dabei fühlt sich Sven Regener selbst ein wenig missverstanden: Seine Musik empfinde er als lustig, seine Bücher (die Herr-Lehmann-Trilogie, ihr erinnert euch? *räusper*) hingegen als traurig.
Ein geselliges Tier ist das Schwein Und das Stachelschwein lieber allein. Ohne dich will ich nicht, mit dir kann ich nicht sein.
Was ist nun aber der geheimnisvolle aktuell Anlass von dem ich anfangs sprach? Sven Regener hat am letzten Dienstag seine Gastprofessur an der Uni Kassel angetreten, die sogenannte "Grimm-Professur". Sie beinhaltet traditionsgemäß eine Vorlesung und ein dazugehöriges Seminar zum Thema Poetik. Gewählt hat er den Titel "Zwischen Depression und Witzelsucht. Humor in der Literatur". Wer könnte darüber besser erzählen als er, frag ich euch?
Zwei Gedanken von Sven Regener, die er am Dienstag dazu in einem Interview geäußert hat, möchte ich euch noch mitgeben, die mich die letzte Woche über begleitet haben:
"Alle wollen gern Humor haben, Humor ist toll und so, aber im Grunde genommen hat er natürlich auch etwas Kaltes und auch etwas Bösartiges und Aggressives. "
"Freud sagt, Humor schafft Lustgewinn durch ersparten Gefühlsaufwand, Humor drücke Gefühle weg. Das macht der Witzelsüchtige in einem Ausmaß, dass man feststellt, es hat schon was Pathologisches, und der Depressive kann das gar nicht mehr."
Trotz dieser zwei relativierenden Aspekte hoffe ich, der humorvolle Blick von Sven Regener auf die Welt und die Absurdität des Alltags ist euch eine Inspiration für diese Woche. Für die Leichtigkeit mit der man den kleinen alltäglichen negativen Dingen eben auch mal begegnen kann, haltet euch einfach an den Song.
Ich hoffe, der Beitrag hat euch gefallen. Musik hat so viele Kontexte, warum nicht auch mal diesen hier. :)
Alles Liebe für die Woche wünschen euch eure Großstadtmädels
Immer wieder donnerstags stellt sich für Kino-Fans die Frage aller Fragen, welche Neustarts es zu sehen gibt, wofür es sich lohnt für knapp zwei Stunden 10-20 Euro auszugeben. Falls ihr gerne auch mal einen Film abseits der Hollywood-Blockbuster schaut, dann seid ihr hier genau richtig: Heute soll es um den Kinostart von "Mängelexemplar" gehen, der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Sarah Kuttner.
Dass wir Bücher mögen und hin und wieder rezensieren, ist euch sicher bekannt. Dass und welche Filme wir lieben vielleicht auch. Vielleicht erinnert ihr euch sogar auch noch an die Kurz-Rezension von Sarah Kuttners "Mängelexemplar". Ich, Katharina, hatten nun die Chance diesen Film, vorab zu sehen und möchte euch heute an meinen Eindrücken ausführlich teilhaben lassen.
Worum geht es in "Mängelexemplar"?
Karo ist Ende zwanzig und schlittert in eine Depression. Sie hat gerade ihren Job verloren, ihr Freund Phillip gibt ihr keinen Halt, sie fühlt sich von der Welt im Stich gelassen. Eines Tages beschließt sie, sich Hilfe zu suchen. "Mängelexemplar" beschreibt mit wütendem Humor ihren Weg zurück in den Alltag. Wie sie es schafft über viele Rückschläge langsam ihre innere Balance sowie sich selbst wieder zu finden und sogar lernt, sich auf andere Menschen einzulassen und wieder zu verlieben.
Das Buch "Mängelexemplar", das bereits 2009 erschienen ist und in Berlin spielt, mochten wir, Diana und ich, beide sehr. Wir haben außerdem beide gewissermaßen einen persönlichen Bezug zum Thema. Das, was das Buch meiner Meinung nach ausmacht ist die Erzählperspektive und die Sprache. Sarah Kuttner lässt ihre Hauptfigur Karo mit einer großen Portion Humor, Zynismus und Selbstreflextiertheit sprechen. Das Leid wird darin nicht zelebriert, es ist keine typische Betroffenengeschichte. Es geht um das Hier und Jetzt und darum, dass man sich in aller erster Linie selber in diesem Zustand nicht ausstehen kann. Depression wird - im Buch wie im Film - als eine Krankheit dargestellt, als eine Folge von sozialen Erfahrungen aber eben auch mit einer großen biochemischen Komponente. Ich persönlich habe dem Buch damals ein wenig vorgeworfen, dass es an manchen Stellen ein wenig Tiefe hat vermissen lassen und habe mit der Blässe aller Figuren bis auf Karo etwas gehardert.
Lasst uns nun aber auf den Film schauen:
Wie wurde das Buch adaptiert?
Der Film ist vom Handlungsstrang und der Anzahl der Figuren um einiges kompakter gegenüber dem Roman. In einer Filmadaption geht es ja nun mal darum Schwerpunkte zu setzen. Ich finde, dass das ganz wunderbar gelungen sind! So fehlt die ein oder andere Figur, der ein oder andere Handlungsstrang, aber das stört überhaupt nicht. Die Beziehungen der Figuren untereinander werden hier viel deutlicher herausgearbeitet. Da ist es bspw. nicht schlimm, dass Karos Vater nur zum Schluss in einer Szene auftaucht, statt die ganze Zeit telefonisch mit ihr in Kontakt zu stehen oder dass es den "Übergangsmann" David nicht gibt, wo es doch um ihre wachsende Beziehung zu ihrem platonischen Freund Max geht, einem Mann, der ihr zum ersten Mal gut tun.
Unterm Strich ist es da nur ganz logisch, dass die Regisseurin Laura Lackmann auch das ein oder andere Handlungsmotiv angepasst hat. Alles ist jedoch sehr rund geworden. Durch ihre Adaption erschließen sich sogar weitere Interpretationsebenen. So wird zum Beispiel deutlich, dass Karos Freund Phillip statt einfach nur desinteressiert zu sein, überfordert mit Karos Situation ist. Am schönsten herausgearbeitet finde ich auch die Beziehung von Karo zu ihrer Oma, der Beschützerin, und ihrer Mutter, die selbst depressiv veranlagt ist und von der sich Karo vernachlässigt fühlt.
Die Regisseurin beweist außerdem auch viel Phantasie im Umgang mit dem Roman. So taucht beispielsweise Karos "inneres Kind" (also quasi eine 10-jährige Karo) in Form einer richtigen Figur auf, die mit Karo spricht und sich ihr in den Weg stellt. Die ganzen unterschiedlichen Gedanken und Meinungen in Karos Kopf hingegen werden umgesetzt mit einem großen Stimmengewirr aus dem Off. Auch die erste Therapiesitzung ist sehr schön mit einem optischen Trick in Szene gesetzt: Karo sieht man dabei in der ersten Einstellung ganz klein versunken in der Couch, die Therapeutin hingegen aufrecht, gerade und gefühlt doppelt so groß in ihrem Ledersessel sitzend.
Der Film hat wahnsinnig starke Szenen, zum Beispiel wenn es um Karos Panikattacken geht (dass sie sich dabei anders als im Buch noch durch den Berliner Karneval der Kulturen oder den vollen Straßen an Silvester kämpfen muss, verleiht dem Ganzen eine zusätzliche Dramatik). Der Film hat aber auch lustige Szenen. Zum Beispiel entdeckt Karo, nachdem sie von ihrer Therapeutin aufgetragen bekommen hat, sich mal auf andere Personen als nur auf sich zu konzentrieren, in einem Park zunächst einen Obdachlosen, der gerade sein Geschäft verrichtet und eine Drogenrazzia auf dem Spielplatz und kommentiert dies sinngemäß mit den Worten "alles wie immer eigentlich." Sie sieht aber eben auch ihre Freundin Anna, der es nicht gut geht. Noch so eine tolle Szene, die es jedoch nicht im Buch gibt, ist, als Karos Mutter ihr nach einer Panikattacke zum Einschlafen mit einer beruhigenden Stimme und einer Engelsgeduld ein Supermarktprospekt vorliest.
Wie ist der Film umgesetzt?
"Mängelexemplar" ist als Film eine bissige, aber sehr humorvolle und schnelle Tragikomödie, gerade am Anfang etwas lauter als es das Buch vielleicht vermittelt. Sarah Kuttner hat als Autorin des gleichnamigen Buches nicht an der Filmadaption mitgearbeitet, sie aber mit großem Interesse verfolgt.
Eröffnet wird "Mängelexemplar" als Film mit einer sehr extremen, nachhaltigen Szene bei der ich wirklich kurz erschrocken bin, untermalt mit einem super treibenden Rocksong als Opener. Zu Karos Entlassung aus dem Krankenhaus wurde "Ich bin komplett im Arsch" von Feine Sahne Fischfilet gewählt. Zum Abspann läuft dann ein versöhnlich-melancholischer Lykke Li-Song, meine ich. Ich hätte bei einer Verfilmung einer ehemaligen MTV- bzw. VIVA-Moderatorin irgendwie mit mehr prägnanter Musik im Film gerechnet. Habe aber auch keine direkt vermisst, muss ich sagen.
Karo wird gespielt von Claudia Eisinger. Eine großartige Wahl! Sie verkörpert die Berliner Göre par excellence. Sie ist authentisch, wenn sie eine große Schnauze hat, genauso aber auch, wenn sie sich verletzlich zeigt. Die kindlichen Momente habe ich ihr zwischendurch allerdings nicht zu 100% abgenommen. Unterm Strich ist sie in ihrer Rolle sehr normal und nahbar und verkörpert in ihrer bunten Kleidung und den übergroßen Pullis ideal das Bild der nicht erwachsenwerden wollenden Karo.
Katja Riemann als Karos Mutter und Barbara Schöne als Karos Oma finde ich super besetzt! Keine der beiden ist übermäßig stark gegenüber der anderen präsent. Alle drei Frauen harmonieren wahnsinnig gut miteinander. Die beste Freundin von Karo, Anna, wird gespielt von Laura Tonke, die ich bewusst das letzte Mal vor ca. 10 Jahren wahrgenommen habe, ich hätte sie fast nicht wiedererkannt. Auch ihr nimmt man die Rolle sehr gut ab. Karos Ex-Freund Phillip wird gespielt von Christoph Letkowski, der ebenfalls die entsprechend kühle Seite sehr gut verkörpert, gleichzeitig aber irgendwie doch sympathisch rüber kommt. (Liegt es vielleicht daran, dass ich auf telepathische Art seine Verbundenheit mit Halle und Leipzig wahrgenommen habe, obwohl ich seine Vita noch nicht kannte? In Halle ist er geboren, in Leipzig hat er seine Schauspielausbildung absolviert. Team Christoph, sag ich nur! ;)) Gegenüber der Besetzung von Karos Neu-Freund Max hingegen bin ich noch etwas unschlüssig. Maximilian Meyer-Bretschneider, Jahrgang 1989, ist mit 25 Jahren doch deutlich wahrnehmbar jünger als Karo, verkörpert definitiv diese empathische, "weichere" Seite. Ich hatte ihn mir aber mehr als starken, breitschultrigen Fels in der Brandung vorgestellt, wobei er in der ersten Trennungsszene zwischen ihm und Karo dann doch eine zweite, sehr starke Facette zeigt.
Mit den gewählten Film-Sets finde ich den Schauplatz Berlin ganz wunderbar getroffen. Die Seite von Berlin wird gezeigt, die ich in der Art auch für die Story wählen würde, wohingegen das Buch vermittelt, dass sich das meiste in geschlossenen Räumen abspielt. Das Film-Plakat, wie ihr es in meinen Fotos seht, und in Teilen auch der Film-Trailer, finde ich nebenbei bemerkt etwas irreführend. Der Film hat auch eine humorvolle Komponente, definitiv, doch beide sind mir zu sehr in Richtung Komödie ausgerichtet, sagen zu sehr "Arme Karo", vermitteln eher einen hysterischen Eindruck der Hauptfigur. Da hätte ich mir persönlich ein wenig mehr Ernsthaftigkeit gewünscht, für das Plakat zum Beispiel das Motiv des Trailerstandbildes.
Fazit
Ich finde es so wichtig und total mutig, dass "Mängelexemplar" endlich als Film herauskommt und das Thema "Depression" so unbeschönigt umsetzt und damit seelische Untiefen zeigt, auf die man vorbereitet sein sollte. Es ist ein Film entstanden, der immer sehr zugänglich bleibt. Die Handlung, v.a. aber die Anzahl der Figuren wurden für den Film komprimiert. Er bleibt dennoch in sich schlüssig und macht die Beziehungen der Hauptfiguren untereinander greifbarer und an einigen Stellen vielschichtiger als im Roman.
Am Anfang ist der Film etwas schneller und lauter (so wie es der Trailer vermittelt), ab der Mitte wird er etwas ruhiger, was ich sehr angenehm finde und was die Entwicklung der Figur Karo gut widerspiegelt. Obwohl der Film insgesamt knapp zwei Stunden dauert, hat er meiner Meinung nach keine Längen. Im Gegenteil,gerade gegen Ende hatte ich öfter kurz das Bedürfnis mal auf Pause zu drücken, um die Handlung zu verdauen und die Bilder wirken zu lassen.
Für mich ist "Mängelexemplar" auch ein Film über verschiedene Frauengenerationen in der heutigen Gesellschaft, über das Sich-Verlorenfühlen angesichts all der Möglichkeiten, über das Sich-auf-andere-einlassen, um Hilfe bitten. Für mich ist es auch ein Berlin-Film - durch seine Schauplätze, seine Geschwindigkeit, Intensität und Abgründe. Ein Film mit starken Bildern und sehr sympathischen Darstellern. Ein Film, der einen von der ersten Sekunde an mitreißt, der Lust auf Leben macht.
Das Buch hat mich berührt. Der Film hat mich zum Weinen gebracht. Daher eine unbedingt Empfehlung meinerseits und bisher mein Highlight des Kino-Jahres 2016!
"Mängelexemplar" ist ab dem 12.05.2016 in den deutschen Kinos zu sehen.
Falls ihr mehr erfahren möchtet, klickt euch bitte unbedingt auf die Facebook-Seite zum Film weiter!
Und zum Schluss noch einmal einen riesen Dank, dass wir zur Vorführung eingeladen wurden! :)
Wie steht ihr zu dieser Art von Themen?
Könnt ihr euch vorstellen den Film zu schauen?
Sobald ihr den Film gesehen habt, hinterlasst mir bitte unbedingt einen Kommentar!
heute möchte ich, Katharina, mit euch ein wenig über das Thema Glück reden. Was ist Glück? Was macht glücklich? Wer oder was bestimmt, dass man sich glücklich fühlt? Kann man immer glücklich sein? Muss man immer glücklich sein? Reicht nicht auch manchmal einfach nur "zufrieden"?
THE GRASS IS ALWAYS GREENER ON THE OTHER SIDE
Das Wort Glück ist nach meinem Empfinden omnipräsent in unserer Gesellschaft. Jeder muss ständig gut gelaunt sein und immer in allen Lebensbereichen nach Höherem streben, ständig alles "spannend" finden, sich im Beruflichen und Privatem optimieren, äußerlich wie innerlich. Und hast du bei all dem immer ein Lächeln im Gesicht und strotzt nur so vor Energie, dann läuft's scheinbar gut für dich. Man will sich mit dir umgeben, du bist vielleicht ein Vorbild. Das zumindest scheint ein allgegenwärtiger Anspruch von heute. Auf der anderen Seite: Ohne diejenigen, die es scheinbar besser und schneller machen, hätten wir selbst manchmal keinen Anreiz uns irgendwie zu verändern, zu verbessern.
Rein logisch betrachtet kann es so etwas wie "Glück" jedoch nur geben, wenn es im Gegenzug auch negative Dinge gibt, durch die wir lernen die guten von den schlechten Momenten zu unterscheiden. Als logische Konsequenz heißt das, Glück ist vergänglich, Glück ist immer nur ein Augenblick. Genauso wie Pech oder etwas anderes Schlechtes. Aber wenn wir mal ehrlich sind, besteht das Leben nicht eigentlich hauptsächlich aus ganz viel Normalität und Alltag zwischen diesen beiden Polen?
Glück an sich hat für mich außerdem eher etwas mit Zufall zu tun. Meine Mama verwendet gerne die Redewendung "das Glück des Tüchtigen", wenn meine Arbeit wertgeschätzt wurde, ich Lob oder Anerkennung bekommen habe. Ich antworte darauf meist mit einem Schulterzucken. Sehr gerne würde ich an diese Redewendung glauben, denn sie tröstet. Aber mir zeigt das Leben einfach nicht, dass man sich gute Momente erarbeiten kann bzw. dass jeder, der nur schön fleißig (an sich) arbeitet, tut und macht auch den "gerechten" Lohn dafür bekommt.
THE BRIGHT "SIGHT" OF LIFE
Wenn ich an Glück denke, muss ich sagen zufrieden sein ist auch manchmal ganz ausreichend. Humor ist für mich auch ein Schlüssel, nicht immer unglücklich zu sein. Zumindest damit mal die Perspektive zu wechseln. Was läuft grad alles eigentlich ganz gut? Entspannt zu sein fühlt sich gut an, Ruhe genießen zu können, ein warmes Plätzchen zu haben. Mit sich im Reinen sein macht unbewusst ebenfalls sehr ausgeglichen und um nicht zu sagen: glücklich. ;) Vielleicht macht ihr euch das ja auch gerade in diesem Augenblick, wo ihr diese Zeilen lest, bewusst.
Unterm Strich jedoch muss man sich auch irgendwie eingestehen, dass man dieses Ding namens Zufall, das was manche Schicksal nennen, nicht in der Hand. Liebe...Kinder...Gesundheit... Manchmal öffnen sich unverhofft Türen, manchmal schlägt das Schicksal derbe zu und wirft einen zu Boden. Der Punkt für mich ist aber die Zeit dazwischen und das soziale Netz, was man sich für solche Fälle aufbaut. Denn was kann man gegen das Schicksal unternehmen? Genau: gar nichts.
Das einzige Gesunde, was man dagegen bzw. mit diesem mitunter sehr lähmenden, hoffnungslosen Fakt tun kann, ist ihm nicht zu viel Raum in seinen Gedanken zu geben, im Moment zu leben. Was "Carpe diem!" in den 1990ern war, läuft heute unter dem Label "Achtsamkeit" oder auch "Entschleunigung". Das Prinzip dahinter ist dasselbe geblieben: Schalt mal einen Gang runter, atme durch, schau dich um, geh in dich und werd dir deiner selbst bewusst.
GLÜCKSTRAINING
An dieser Stelle möchte ich auch über ein für mich besonderes Buch sprechen. Es hilft mir seit einigen Jahren immer wieder zur Ruhe zu kommen, abzuschalten, zu differenzieren: "Mein Glückstrainingsbuch" von Heide-Marie Smolka.
Dieses Buch lehrt Achtsamkeit, den schönen Momenten mehr Raum zu geben und zwar nicht nur vom Zeitanteil her, sondern v.a. vom gedanklichen Anteil her. Es lehrt Vorfreude und Nachfreude. Es lehrt zwischen verschiedenen Lebensbereichen zu unterscheiden und Abstufungen in deren Bewertung auf der "Glücksskala" vorzunehmen. So wird das, was gerade nicht so optimal läuft und alles andere überstrahlt in eine, und zwar nur eine, Kategorie verwiesen. Und das, was eigentlich gut läuft oder zumindest ok ist, wird sichtbar. Das Buch lehrt, dass jede Situation verschiedene Sichtweisen hat.
Das schönste aber ist, dass das Glücktrainingsbuch ein Arbeitsbuch ist. Man wird aufgefordert Kreuzchen zu machen, Tabellen auszufüllen, einzelne Aspekte auf Skalen einzutragen, Listen zu erstellen. Zum Beispiel möglichst viele schöne Dinge aufzuschreiben, "Dinge", die man nehmen, aber auch geben kann - ohne Geld versteht sich - und man wird dazu angehalten auch ja in allen fünf Sinnen zu denken. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass man alte Hobbies, Gewohnheiten oder Orte wiederentdeckt, die einem doch mal so gut taten. Am praktischsten für den Alltag finde ich zum Beispiel das so genannte Entscheidungsdreieck: Love it - Change it - Leave it. Googelt mal danach.
Unterm Strich erzählt das Glückstrainingsbuch davon, wie wir die negativen Gedanken im Zaum halten können. Verbringt Zeit mit euren Liebsten, probiert Neues aus, lebt im Moment. Denn an all die schlimmen Dinge zu denken, die eventuell, möglicherweise oder sogar gewiss kommen werden, verderben euch den Augenblick. Und wenn ihr es zulasst wahrscheinlich sogar die ganze Zeit bis zu jenem Tag. Durchdenkt jene bedrohliche Situationen kurz, seid vorbereitet, macht euch einen Plan - insofern es etwas zu planen gibt - und dann beschäftigt euch konsequent mit etwas anderem.
Jetzt habt ihr vielleicht den Eindruck, dass ich der positivste Mensch auf Erden bin, aber falsch gedacht. An diese Dinge muss ich mich selbst auch immer wieder erinnern, denn gerade bei Stress vergesse ich alle guten Vorsätze. Meine Gedanken gleichen dann einem Karussel, sehr assoziativ und unlogisch. Ich merke auch körperlich, wenn es mir nicht gut geht: mein Nacken verspannt sich, ich bekomme Kopfschmerzen. Auch die schönen Dinge nach Feierabend oder am Wochenende kann ich dann nicht mehr genießen, bin unruhig. Bei Treffen mit Freunden zum Beispiel läuft es dann so: Ich bin nicht mit ganzem Herzen dabei, weil da scheinbar so vieles anders ungeklärt ist. Für Hinterher gibt es eigentlich nur zwei Varianten: Entweder ich hatte eine großartige Zeit und wurde abgelenkt, fand ein offenes Ohr oder ich bereue nicht im Augenblick gewesen zu sein. Schlecht gelaunt, zu ruhig wahrscheinlich, vielleicht ungeduldig und unschlüssig. Auf jeden Fall war ich kein guter Zuhörer. Und mich selbst mitteilen und aus meinem Grübel-Universum rauskommen konnte ich mal schon gar nicht.
...Dies waren nur ein paar Gedanken, ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Logik.
An dieser Stelle würde mich jetzt interessieren: Welche "Strategien" ihr habt, wenn es euch mal nicht so gut geht. Was macht euch glücklich? Was holt euch in das Hier und Jetzt zurück?
Bei mir sieht das so aus:
In diesem Sinne, lebt im Augenblick und freut euch an den kleinen Dingen! Ich wünsche es euch!
Alles Liebe! ♥
✎ Eure Katharina P.S.: Ich freue mich über jeden Kommentar. Wenn ihr mal reden müsst, schreibt uns.
heute habe ich, Katharina, euch mal wieder eine Buch-Rezension mitgebracht und zwar zu einem echten Klassiker, nämlich Sylvia Plaths "Die Glasglocke" oder wie er im Original heißt: "Under the bell jar".
Autor: Sylvia Plath Titel: Die Glasglocke (Under the bell jar) Verlag: Suhrkamp (dt.) 1. VÖ: 1963 Seiten: 262 Seiten (Hardcover) ISBN: 978-3-518-42365-3
➦ ECKDATEN
Sylvia Plath schrieb ihren autobiographischen Roman "Die Glasglocke" bereits 1953, sie ließ ihn jedoch erst zehn Jahre später veröffentlichen. Tragischerweise nahm sie sich kurz darauf das Leben. Sylvia Plath schrieb vor allem Gedichtbände, dies ist ihr einziger Roman.
Das Buch hat einen großen Stellenwert in der amerikanischen Frauen-Literatur. Es behandelt die Rolle von Frauen in der Gesellschaft der 1950er, den Erwartungen der Gesellschaft an Frauen und gesellschaftliche Grenzen. Vor allem spricht der Roman aber von denjenigen Frauen, die unter diesem Gesellschaftssystem leiden.
➦ WORUM GEHT'S?
Die 19-jährige Protagonistin Esther Greenwood möchte Schriftstellerin werden und ergattert in New York mit einigen anderen Mädchen einen begehrten Praktikumsplatz bei einer Zeitschrift. Wir begleiten sie zunächst bei ihren Erfahrungen während des Praktikums, in der New Yorker High Society der 1950er, bei ihren ersten Erfahrungen mit Männern. Esther findet jedoch keinen richtigen Anschluss und kehrt nach dem Praktikum ausgelaugt und zweifelnd in ihre ländliche Heimat zu ihrer Familie zurück. Dort stellt sie sich existenziellen Fragen des Lebens. Sie driftet schließlich ab in eine Depression und wir begleiteten sie einen Großteil des Romans über auf ihrem Genesungsweg in Form von zwei Klinikaufenthalten.
➦ WIE WIRD'S ERZÄHLT?
Esther ist die Ich-Erzählerin und erzählt uns ihre Geschichte aus der Retrospektive. Ein wichtiges erzählerisches Element im Buch ist der so genannte stream of consciousness, d.h. es finden sich an einigen Stellen inmitten einer chronologischen Erzählung Gedankensprünge oder andere eingeschobene Erinnerungen. Die Geschichte wird dadurch sehr unmittelbar und direkt, als Leser erfordert das jedoch auch ein hohes Maß an Konzentration.
Esthers Geschichte wird von ihr selbst als Erzählerin eher faktenartig erzählt als darüber emotional zu werden oder Hintergründe zu erläutern. Dass es Esther nicht gut geht, erfährt man ebenso faktenartig über eine Auflistung von Symptomen (v.a. Schlaflosigkeit und Erschöpfung). Als Leser bekommt man das Gefühl, dass Esther ihr Leben eher "passiert", als dass sie es wirklich in der Hand hätte. Sie schwankt ständig zwischen Apathie und Verzweiflung. Aus ihrer Unzufriedenheit heraus stürzt sie sie manchmal in etwas waghalsige Unterfangen und fängt z.B. einige Techtelmechtel mit Jungs an. Man könnte sagen, Esther ist hungrig nach Leben und Gefühl.
Das Bild der Glasglocke steht in diesem Zusammenhang für Esthers Isolation und Depression. Sie selbst findet zu ihrer Umwelt keinen richtigen Zugang, bleibt in ihrem Kosmos beschränkt und an ihrem eigenen Leben und anderen Menschen teilnahmslos. Neben Esthergibt es nur zwei, drei weibliche Nebenfiguren in ihrem Alter (Mit-Praktikantinnen, frühere Mitschülerinnen) sowie zwei ältere Frauen, die Esther berufsbedingt in ihrer Unabhängigkeit unterstützen: ihre Chef-Redakteurin während ihres Praktikums und eine Psychiaterin. Beide Figuren bleiben aber relativ blass.
➦ BEWERTUNG
Für meinen Geschmack erfährt man viel zu wenig vom Innenleben der Hauptfigur Esther, ihrer Vergangenheit oder den Ursachen für ihr Unglück. Ist es ihr Charakter, ihre Erziehung, sind es ihre bisherigen Erfahrungen? Ist es die Gesellschaft?Als Figur bleibt sie dadurch leider unnahbar.Genauso wenig wie Esther die Ursachen für ihre Depression zu kennen scheint, bleibt auch der Leser im Ungewissen. Genauso isoliert, wie Esther mit ihrer Umwelt lebt, ist man auch als Leser ein ganzes Stück weit auf Distanz. Der Genesungsprozess von Esther bspw. wird nicht im Detail beschrieben.
Was ich dem Buch ein wenig ankreide ist, dass es keinen Gegenentwurf zu Esther gibt. Man erfährt zum Beispiel nicht, was die beiden "erfolgreichen" Frauen im Buch, die Chef-Redakteurin und die Psychiaterin, denn von Esther unterscheidet.
Ich habe mir im Vorhinein außerdem vom Buch erhofft, dass es etwas von den tatsächlichen, alltäglichen Lebensbedingungen der Frauen in den USA der 1950er vermittelt, etwas über Spielregeln und Missstände erzählt und indirekt Gesellschaftskritik zeigt. Leider ist das Buch so nicht angelegt. Auf der anderen Seite spricht das für mich für die Verzweiflung der Autorin Sylvia Plath, die hier einen großen Teil ihrer eigenen Erfahrungen wiedergibt und offenbar für sich persönlich auch keinen Ausweg benennen konnte.
Für die damalige Zeit ist "Die Glasglocke" dennoch und ohne Zweifel ein thematisch sehr wichtiges, schonungsloses, z.T. vielleicht schockierendes Buch, das einige Tabus im Zusammenhang mit der Rolle der Frau und ihren Rechten in der Gesellschaft anspricht. Als kritische Punkte werden zum Beispiel kurz das Thema Verhütung und die Rolle der Frau als Mutter im Gegensatz zu der als Karrierefrau angesprochen. ➦ FAZIT
Mit dem Wissen um den hohen Stellenwert von "Die Glasglocke" in der amerikanischen Frauenliteratur fällt mir ein abschließendes Gesamturteil an dieser Stelle sehr schwer. Für mich bleibt es vor allem aufgrund der Erzählweise (Esther als Ich-Erzählerin und dem stream of consciousness) ein sehr anspruchsvolles, zum Teil sehr schwer zugängliches Buch.
Das Buch ist eine Zustandsbeschreibung einer sehr jungen Frau, die Antworten und Perspektiven für sich und ihr Leben sucht, die an ihrer Zeit zunächst verzweifelt und sich langsam ins Leben zurück kämpft. Zum Teil kann man dieses Buch losgelöst vom gesellschaftlichen Kontext lesen. Für dieses Buch sollte man sich aufgrund der Erzählweise aber unbedingt genügend Zeit nehmen!
Kennt ihr das Buch bereits?
Wie ist eure Meinung zum Roman?
Habt ihr eventuell schon Gedichte von Sylvia Plath gelesen?
ja, ich muss mich einreihen in die Reihe der Bloggerinnen, die ihr Valentinstagsgeschenk zeigen müssen. Ich weiß, dass nicht jede das Glück hat, einen Partner an ihrer Seite zu haben. Ich weiß, dass ich Glück habe, großes Glück - und ich weiß es zu schätzen. Man kann diesen Tag als Single natürlich völlig übergehen; man könnte den Tag aber auch mit einer lieben Freundin verbringen. Denn: Liebe gibt es immer in eurem Leben.Also hoffe ich, ihr habt einen angenehmen Tag verbracht. Ob nun mit Partner, mit Freunden, mit eurer Familie oder allein.
Mein Partner hat mich mit einem Buch überrascht. Es ist schon ein großes Geschenk, dafür dass nur Valentinstag ist. Aber er wusste, dass ich es mir schon länger gewünscht habe. Es ist ein Bildband über sogenannte Lost Places in Leipzig. Die Fotobände von Marc Mielzarjewicz gibt es mittlerweile für viele Städte und Orte. Schaut gern mal auf die Seite marodes.de vorbei.
Ich liebe Bilder, die Verfallenes zeigen. Es zeigt die Vergänglichkeit nicht nur von Gebäuden und Gegenständen, sondern spiegelt letztlich unsere eigene Vergänglichkeit wider. Dass man sich damit nicht jeden Tag intensiv beschäftigen möchte, versteht sich von selbst. Dass ich die Verbindung von Leben und Sterben nicht trennen kann, ist für mich jedoch genauso selbstverständlich. Der Kreislauf von Leben und Tod begeleitet unser Denken und Handeln unbewusst tagtäglich. Ohne das Wissen, dass am Ende unumstößlich der Tod steht und wir vor allem nicht wissen, wann er kommt, dies aber jederzeit passieren kann, lässt uns täglich aufstehen und nach einem angenehmen, erfolgreichen, erfüllten Leben streben. Wenn wir ewig Zeit hätten, was würde uns dann antreiben, uns zu entwickeln?
Mit diesen Worten wünsche ich euch noch einen wunderschönen, gemütlichen Abend! Wenn ihr mögt, hört euch noch das Lied von den Dreadful Shadows an. Es ist eines ihrer schönsten...
Alles Liebe ♥ Eure Diana
heute sollt ihr hier auf Großstadtgedanken wieder mal auf eure Kosten kommen. Ihr habt es vielleicht aus unserem Jahresrückblick herausgelesen, wir wollen uns wieder stärker dem Thema Bücher widmen, d.h. eigentlich uns selbst in aller erster Linie wieder viel mehr Zeit zum Lesen nehmen. Auch in der Hoffnung, dass die ein oder andere Rezension daraus erwächst.
Den Anfang für dieses Jahr soll das Buch "Spinner" von Benedict Wells machen. Der Roman wurde im Jahr 2009 veröffentlicht, der Autor hat ihn mit 19 Jahren geschrieben, so die Verlagsinfo. Er galt also damals ein bisschen als Wunderkind. Warum ich, Katharina, dieses Buch gekauft habe und was meine Erwartungen daran waren, könnt ihr noch einmal in meinem Book-Haul nachlesen.
»Jesper Lier, zwanzig, weiß nur noch eines: Er muss sein Leben ändern, und zwar radikal. Er erlebt eine turbulente Odyssee durch das neue Berlin. Ein tragikomischer Roman über die Angst, wirklich die richtigen Entscheidungen zu treffen.«
➦ Konstruktion
Die erzählte Zeit von "Spinner" ist sehr kurz, wir begleiten die Hauptfigur Jesper genau eine Woche lang auf seinen Streifzügen durch Berlin, wobei kein Tag ausgelassen wird.Jesper bleibt bis zum Schluss der Ich-Erzähler. Daneben gibt es ein, zwei Rückblenden. Der Roman gewinnt damit definitiv an Kurzweiligkeit. Die Sprache ist insgesamt sehr zugängig und unmittelbar, sie ist unkompliziert, knapp und eher am Mündlichen orientiert.
Neben Jesper gibt es im Buch nur sechs weitere, wirklich relevante Figuren: zwei Schulfreunde, zwei Mädels, zwei Mentoren. Sehr überschaubar und gut von einander abgrenzbar. Das habe ich wirklich sehr geschätzt. Von den Figuren, Jesper eingeschlossen, erfährt man erst nach und nach Gedanken und Handlungsmotive. Alle werden zunächst nur mit ganz wenigen Sätzen beschrieben, wobei das Augenmerk eher auf typischen Handlungsweisen und Gesten liegt. Trotz dieser Kürze hat man dennoch sofort die entsprechenden Stereotypen im Kopf, es entsteht sofort ein Bild vor dem inneren Auge. Eine große Kunst des Autors, wie ich finde, die von starker Beobachtungsgabe zeugt.
➦ Einstieg & Handlung
Am Anfang plätschert die Geschichte so vor sich hin. Man lernt ein paar Figuren kennen, begleitet Jesper in seinem Alltag, erfährt, dass er sich in Berlin die große Schriftsteller-Karriere erhofft und das doch nicht so ganz klappen will. Er hat ein Praktikum bei einer (kostenlosen) Tageszeitung, wohnt in einer 1-Zimmer-Souterrain-Wohnung. Man ahnt, dass es ihm nicht so gut geht, wenn man liest, dass er auch mit seinem Manuskript nicht so ganz vorwärts kommt.
Auf den ersten paar zehn Seiten denkt man zunächst, dass da nichts Aufregendes oder Tiefergehendes mehr kommt. Die Figuren kommen einem erstmal wie austauschbare Hüllen vor, wandelnde Klischees. Man denkt, alles schon tausend Mal dagewesen: Ein Junge geht nach dem Abi vom bayerischen Kaff ins aufregende Berlin, erlebt dort unzählige Abenteuer und Mädchengeschichten und reift zum Mann und besinnt sich auf die kleinen Dinge im Leben. Oh, Boy! ;) Das Ende ist dann aber doch ganz anders. Das Buch hat mich erst ab ungefähr Seite 90 gekriegt, wenn man mehr über Jespers Vorgeschichte, Ziele, seine aktuelle Situation und seine Gedanken erfährt, wenn auch die Nebenfiguren an Tiefe gewinnen.
Das Buch hat eine angenehmes Tempo. Das Rastlose der Hauptfigur ist gut umgesetzt, es ist als Gefühl neben einer gewissen Kraftlosigkeit ständig unterschwellig präsent. Man ist als Leser so unstetig wie Jesper selbst, der es in seiner Wohnung nicht lange aushält und den es immer wieder nach draußen zieht. Man rauscht mit ihm zusammen durch die Straßen von Berlin. Da ist Benedict Wells wirklich sprachlich und von der Konstruktion her eine sehr schöne Parallelität gelungen.
➦ Thema & Anleihen
Thematisch beschreibt "Spinner" dieses Loch nach der Schule, wo man noch nicht weiß, wo es hingehen soll. Kombiniert mit dem Schauplatz Berlin, d.h. mit seiner Anonymität und der ein oder anderen gescheiterten Existenzen mehr, ist dieses Thema wunderbar greifbar. Gegen Ende des Buches taucht dann sogar noch ein Thema auf, was man so hatte nicht ganz kommen sehen, obwohl die Anzeichen doch die ganze Zeit da waren.
Vom Inhalt her erinnert mich "Spinner" ein wenig an "Soloalbum" von Benjamin von Stuckrad-Barre - auch so ein gehypter Berlin-Roman der Popliteratur. Vom Sprachstil und dem Gefühl des Verlorensein her hat es für mich aber auch Ähnlichkeiten mit Wolfgang Herrendorfs "Tschick", die dort ausformulierten seelischen Tiefgänge gibt es hier allerdings nicht. Von der Absurdität der Geschehnisse her musste ich manchmal auch an den Film "Oh, Boy" denken.
➦ Fazit
Zuerst hatte ich schon Angst, dass es wieder so ein Hype ist, den man unbedingt verstehen oder zumindest nachvollziehen können muss. Dann werde ich immer so angespannt und setze mich unter Druck. "Hast du denn jetzt auch wirklich aaaalles genau gelesen, erfasst, Zusammenhänge erkannt? Du musst ja schließlich danach aussagefähig sein." Da kann ich euch beruhigen, so war es nicht.
Ich bin wirklich sehr froh, dass ich das Buch nicht vorzeitig weggelegt habe! Gegen Ende habe ich dann auch ein, zwei Tränen verdrückt, was ich am Anfang niemals für möglich gehalten hätte. Ich liebe einfach dieses Motiv: Mensch in der Großstadt fühlt sich verloren und sucht seinen Weg. Das Buch ist nicht verkopft, hat aber dennoch Tiefgang. Es wird einem aber nichts aufgezwungen. Darf man außerdem noch das Wort "Pageturner" verwenden? Ja, es ist einer. Ein gutes, leicht zugängliches Buch, auch für Leute jenseits der 20 Jahre, die immer noch ein wenig ihren Weg (in der Großstadt) suchen. "Spinner" lässt einen zurück mit dem Gefühl: "Dir geht es nicht alleine so" und "Wird schon". Und ein Spinner bist du mir deinen Träumen allemal nicht!
Eine definitive Empfehlung, daher gibt es für mich alle Daumen hoch!!!
ich (Katharina) möchte mich heute einem wie ich finde auf Buch-Blogs eher vernachlässigten Thema widmen:dem Buchzubehör, um genauer zu sein: LESEZEICHEN.
Vielleicht liegt es daran, dass immer mehr Leute ihre Bücher im digitalen Format lesen und Dinge wie Buchstützen oder Leselampen damit überflüssig werden. Diana und ich zumindest gehören noch zu denjenigen, die Bücher sehr gerne in gedruckter Form lesen und das sensorische Erlebnis nicht missen wollen. :)
Hier seht ihr meine kleine Sammlung:
Es handelt sich um dünne Magnetlesezeichen des Schweizer Moses-Verlags.
Die Magnet-Lesezeichen bekommt man mit unterschiedlichen Motiven in 3er-Sets für je 2,95€ in Schreibwarenläden, hier in Leipzig z.B. auch bei Thalia. Man klippt sie von oben um eine Seite, so können sie nicht aus dem Buch herausfallen.
Ich suche mir gerne soweit es geht ein Lesezeichen passend zum Buchinhalt aus - das macht dann gleich viel mehr Vorfreude aufs Lesen. Damit erklärt sich wohl auch meine etwas umfangreichere Sammlung. ;)
Ein absoluter Vorteil ist, dass diese Lesezeichen wirklich an der markierten Seite haften bleiben.
Ein kleiner Nachteil jedoch, dass der überstehende Teil des Lesezeichens beim Transport schnell mal umknicken kann, besonders wenn dieser Teil eher lang und schmal ist. Sie brechen zwar nicht gleich ab, aber nach ein paar Mal haben sie dann deutlich gelitten.
Da ich meist zuhause lese, ist das für mich aber ok.
Hier sind einige meiner Lieblingssets:
Vor ein paar Monaten habe ich dann die Metalllesezeichen entdeckt. Sie sind etwas kleiner und funktionieren wie eine Büroklammer. Ein 5er-Set ist für 3,95€ zu haben. Ich finde die Katzen-Version super süß, das Verpackungsdesign finde ich hier auch super gelungen! Leider sind sie doch sehr hart, so dass sie deutliche Abdrücke auf der Seite hinterlassen. Die Bilder dazu wollte ich euch dennoch nicht vorenthalten ;)