New books in da shelf | Meine Buchgeschenke

11 Januar 2017


Die rare Anzahl an Buch-Posts in letzter Zeit hat leider genau die Realität widergespiegelt. Im letzten halben Jahr bin ich, Katharina, kaum zum Lesen gekommen. Und ich vermisse es so! Als kleinen Vorsatz fürs neue Jahr habe ich darum voller Optimismus die Wunschzettel mit jeder Menge Bücher gefüllt und wurde reichlich beschenkt. Da ich Anfang Januar gleich auch noch Geburtstag habe, konnte ich um den Jahreswechsel wieder doppelt "abgreifen". Und so zähle ich nun insgesamt sieben neue Bücher mein eigen, die ich euch heute vorstellen möchte.
 


Der neuste Roman von Benedict Wells, demjenigen Autor, der wohl eines meiner Lieblingsbücher aus dem Jahr 2016 geschrieben hat: "Spinner". Von diesem Buch war ich extrem begeistert. Die ausführliche Rezension dazu gibt es HIER. Warum ich ihn mag? Er schreibt in extrem leichter Sprache über einige meiner Lieblingsthemen: Einsamkeit und Verlorensein. Immer an jungen Protagonisten, dabei aber nie aufgesetzt. Er erzählt und beschreibt und welche Ebene du davon mitnimmst, ist deine Sache. In "Vom Ende der Einsamkeit" erzählt er von zwei Geschwistern und wie sie den Tod ihrer Eltern überwinden und langsam wieder im Leben ankommen. Ein berührender Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte. Benedict Wells ist 1984 in München geboren. Dies ist sein vierter Roman und ich bin so was von gespannt.


Hände hoch, wer kennt das ehemalige enfant terrible Benjamin  von Stuckrad-Barre noch mit seinem Hype-Buch "Soloalbum"? Ein Buch über Liebeskummer und die Musik, die einen großen Prozess bei der Heilung spielen kann, gewürzt mit jeder Menge Situationskomik und Sarkasmus mit Blick auf das junge Hipster-Berlin. Fast 20 Jahre ist das ganze nun her (Ah, wie alt bin ich eigentlich?!), gefühlt ist seitdem nichts mehr von ihm erschienen. Unter meinem Radar dann irgendwie doch. Überraschenderweise handelt es sich bei "Panikherz" nicht um einen Roman, sondern um einen Erzählband mit 39 Episoden auf 564 Seiten. Die Feuilletons bescheinigen Großartiges: Ich habe lange nichts so berührendes gelesen. (Ferdinand von Schirach) Eine brillante Erzählung über die Obsessionen unserer westlichen Kultur. (Der Spiegel) Ein großes Buch. Ein Buch, das bleiben wird, weil er sein Leben in die Waagschale geworfen hat. (taz) Gibt's da etwa eine stärkere gesellschaftskritische Komponente als bisher? Das wär ja was.


Der hochgelobte Durchbruch-Roman "Ein ganzes Leben" von Robert Seethaler dürfte einigen bekannt sein. Ein Arbeiter, der sich nach dem Tod seiner Frau in die Alpen zurückzieht. Ein rohes erschütterndes Buch über das Leben in der Rückschau. Die meisten sagen: Das beste Buch des Jahres 2014. Diesem Mythos muss also unbedingt auf die Spur gegangen werden! Ich habe mich allerdings in letzter Minute für den Vorgänger "Der Trafikant" entscheiden, weil unbelastet. Darum geht's: Der 17-jährige Franz Huchel verlässt 1937 sein Heimatdorf, um in Wien das Glück zu suchen. Seine ungewöhnliche Freundschaft mit Sigmund Freud, seine Liebe zur Varietétänzerin Anezka und die sich dramatisch zuspitzenden politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse zwingen ihn, das Leben mit ganz neuen Augen zu sehen.


Damit den "Distelfink" auf meine Wunschliste zu setzen, habe ich ganz schön lange gehardert.  Ist es etwas für mich? Wird es mich berühren? Da meine Kollegin es gut fand und es das Buch nun mittlerweile als preisgünstigeres Taschenbuch gibt, habe ich es mir dann doch gewünscht. Der Inhalt: Ein 13-Jähriger Junge verliert seine Mutter bei einer Explosion und muss fortan alleine durchs Leben gehen. Getränkt in tiefster Trauer droht er immer wieder den Halt zu verlieren und in kriminelle Kreise abzurutschen. Auf über 1.000 Seiten wird von seinem Leben nach diesem Schicksalsschlag erzählt. Ein New York-Times-Bestseller, der mich reizt, auch wenn mich der Umfang gerade etwas abschreckt. Sicher ein gutes Buch, um sich mal wieder richtig in eine andere Welt hinein zu phantasieren.


Carson McCullers ist nach wie vor für mich eine der in Europa am unterschätzten US-amerikanischen Autorinnen der 1940er/50er/60er. Zwei Roman habe ich bisher von ihr gelesen und war beide Male hin und weg von ihrem Figurenreichtum und ihrem Blick für Details. Ihr Thema sind Außenseiter bzw. das Gefühl, wenn man sich anders als andere fühlt. Ihre tragische Lebensgeschichte und ihr früher Tod hatte ich immer im Hinterkopf und wollte mehr darüber erfahren. Völlig aus dem Nichts habe ich dann diesen Roman über ihre Leben im Buchladen entdeckt und habe mich vor Freude nicht mehr eingekriegt. Ein Wink des Schicksals, diese Neuerscheinung entdeckt zu haben. Dieses Buch erzählt aus der Perspektive eines fiktiven Freundes heraus von den Kindheitstagen in Georgia bis zu ihrem frühen Tod: Das bewegte Leben von Carson McCullers liefert den Stoff für diesen einfühlsamen Entwicklungs- und Künstlerroman, der von Liebe und Verlust, von Gelingen und Scheitern erzählt und das Spannungsfeld zwischen Literatur und Leben intensiv beleuchtet. Und noch dazu dieses Cover - der absoluter Hammer!


Das Buch auf das ich mich am meisten freue und seit seinem Erscheinen 2015 nie vergessen habe. Aber da liegen ja eigentlich auch noch so viele andere ungelesene Bücher rum...kennter vielleicht. Es geht um die ostdeutsche Jugend der Wendejahre 1989/90, um das Lebensgefühl und die Ereignisse aus einer ganz persönlichen Sicht an einem Punkt in der Zeitgeschichte, an dem alles offen war und alles hätte passieren können. Gleichzeitig soll es wohl ein paar Ansatzpunkte liefern, um die aktuelle Fremdenfeindlichkeitswelle in Ostdeutschland zu erklären. Stichwort: Verlierergeneration. Kein Thema ist für mich aktuell wichtiger! Man will halt immer irgendwie verstehen warum. Warum nur dieser ganze menschenverachtende Hass? Wie kam es dazu? Wie kann man dem vielleicht begegnen? Dieses Buch werde ich wohl zuerst lesen.


Hier haben wir nun das Sachbuch unter den Neuzugängen, dass sich thematisch ein wenig an Peter Richter anschließt. Ein Buch über das Deutschland in dem wir leben aus wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht, das uns sagen will, wie gut wir es eigentlich haben, aber auch was wir künftig v.a. politisch ändern müssen, um auch wirklich im neuen globalen Zeitalter anzukommen. Auf den ersten Blick ein Plädoyer für die Einwanderung mit den  damit einhergehenden Herausforderungen. Reportagen zu diesem Thema schaue ich ja extrem gerne, aber ob das Thema auch in Buch-Form funktioniert? Ich fürchte gerade, dass es für mich ein bisschen zu doktrinär ist, da ich ja gerne verschiedene Perspektiven zu einem Thema hören will. Mal schauen. Denis Scheck jedenfalls sagt: Wohltuend unaufgeregt klagt das Autorenehepaar Münkler eine Einwanderungspolitik nach australischem oder kanadischem Vorbild ein und argumentiert zwingend, was jetzt getan werden muss, damit die Migranten wirklich in Deutschland ankommen. In der aktuellen Debatte über unseren Umgang mit den Flüchtlingen lässt sich in diesem klugen Buch genau das Rüstzeug sammeln, das wir brauchen zur Beantwortung der Frage: Was ist deutsch?


Woah, geschafft! Das waren ja doch wieder eine ganze Menge Gedanken, die raus mussten. Nun lasst mal hören:

Welche dieser Autoren und Bücher kennt ihr?
Welches Buch spricht euch am meisten an?
Über welches Buch würdet ihr später gerne eine Rezension lesen?
Auf welches Buch freut ihr euch 2017?
 
Alles Liebe
Eure Katharina

Kommentare:

  1. Ich muss zugeben, dass ich keins der Bücher kenne. Ich muss mal wieder in unsere Bücherei gehen!!
    Viele Grüße

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    1. Freut mich sehr, dass ich dir einen Anregung geben konnte! :)
      Liebe Grüße
      Katharina

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  2. Ich kenne keines dieser Bücher, aber sie klingen interessant :)
    Danke für die Vorstellung!
    Juli von Lebenlautundleise

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    1. Schön, dass dir der Beitrag gefallen hat und du etwas Neues entdecken konntest. Falls du eins der Bücher liest, sag mir gern wie du es fandest! :)

      Liebe Grüße
      Katharina

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  3. ich muss auch unbedingt mal etwas von Benedict Wells lesen. Irgendwie sprechen mich seine Themen total an, aber eins davon zu kaufen habe ich bislang immer "vergessen" :D

    Liebe Grüße Chrissi

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    1. Benedict Wells istwirklich super zugänglich und nr empfehlenswert. Ich glaube, der würde dir sehr gefallen! :) Falls du was von ihm liest, sag mir unbedingt wie du es fandest.

      Liebe Grüße
      Katharina

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  4. Spinner hat mich auch total begeistert. Irgendwie konnte er mich mit Jesper total packen! Die anderen Bücher sehe ich gerade zum ersten Mal, jedoch hört sich die Ballade vom Wunderkind Carson McCullers sehr interessant an :)

    Liebe Grüße
    Maxi von Die Vorleser ♥

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    1. Ja, Spinner mochte ich auch wirklich gern. Er schreibt so leicht und doch sind die Themen alles andere als oberflächlich. Von Carson McCullers muss ich dir an der Stelle dann gleich noch Frankie als Empfehlung mitgeben. Auf die quasi-Biographie freu ich mich auch extrem! :)

      Liebe Grüße
      Katharina

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  5. Tolle Bücher.... das Buch vom Ende der Einsamkeit könnte auch etwas für mich sein =)
    Ich lese momentan sehr gerne philosophische Bücher von Precht... zb Tiere denken oder WEr bin ich und wenn ja wie viele.
    LG Tina

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    1. Von Ende der Einsamkeit - stimmt, da hab ich garnicht mehr an dich gedacht. Hoffe, es wird dir nicht zu schwer, wenn du es lesen solltest... Sonst ist wie gesagt Spinner oder Becks letzter Sommer auch eine Empfehlung wert.
      Sachbücher finde ich auch sehr spannend und lese hin und wieder auch zu solchen Themen gern etwas. Meist sind es dann eher Artikel oder Dokus. Ich finde extrem wichtig hin und wieder mal über den Tellerrand zu schauen und seinen Horizont zu erweitern. :) vllt machst du ja auch irgendwann mal einen Post dazu. :)

      Liebe Grüße
      Katharina

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  6. Ich kenne keins dieser Bücher aber sie klingen wirklich sehr interessant. Danke für die Vorstellung :)

    Liebe Grüsse Dana ♡
    www.danamagnolia.com
    Instagram danamagnolia

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    1. Freut mich sehr, dass ich was neues zeigen konnte!:)

      Liebe Grüße
      Katharina

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