Trauer (Für dich, Heike)

13 Juli 2015

Ich wollte über Trauer schreiben. Schon seit Tagen. Mir das von der Seele schreiben, was letzte Woche geschehen ist. Doch was schreibt man, wenn jemand gegangen ist. Es gibt ein Kondolenzbuch und ich weiß nicht, was ich schreiben soll. Sonst ist Schreiben eine meiner wenigen Stärken, möchte ich mal behaupten. Doch jetzt kommt nichts aufs Papier. Schön soll es klingen und traurig und auch hoffnungsvoll. Wir werden uns wiedersehen. So in der Art. Das soll trösten und Mut machen. Es soll über schwere Zeiten hinweg helfen. Doch ist das nicht nur die eine Perspektive? Wie gehen WIR, die Hinterbliebenen, Familie, Freunde, Kollegen damit um. Denn viel bedeutender ist ja die andere Perspektive. Die erschreckende Perspektive. SIE hat ihr Leben verloren. Schauen wir mal nicht auf uns, sondern auf sie. Sie wurde aus dem Leben gerissen, wie man so passend sagt. Und in dem Fall stimmt es sowas von. Seit ganz wenigen Wochen verheiratet, fünf kleine Kinder, ein neuer Job. Jetzt fing ihr Leben erst richtig an. Und nun ist es schon vorbei. Und sie kommt nie wieder. Niemals. Sie wird nie wieder bei ihrer Familie sein, sie wird nie wieder Schönes erleben dürfen so wie wir. Es bricht mir das Herz - für sie.


Kommentare:

  1. Trauer hat vielleicht dieses Wort. Trauer ist namenlos und ein End-Zustand. Es gibt Sein und Nicht-Sein. Trauer erinnert uns an das Nicht-Mehr-Sein und Immer-noch-Sein. Trauer ist Abschied, Abschied ist endgültig. Und das ist unfassbar.

    Ich weiß nicht, wer diese Heike war.

    Ich habe in meinem Leben zwei extreme Trauer-Gefühle erlebt. Trauer macht alles um dich herum schwarz und sinnlos. Die anderen Menschen schauen dich mitfühlend an, aber sie verstehen es nicht. Nach ein paar Monaten verlangen sie von dir, wieder zu funktionieren. Aber das ist ja so, dass Leute immer etwas über einen zu sagen haben und einfach wissen, was zu tun ist.

    Anders gesagt: Das Leben ist kurz, wir sind für einen bestimmten Zeitpunkt Gast, hinterlassen Spuren. Und die verwischen. So ist das.

    Mir vorzustellen, dass jemand in meinem Alter, den ich kenne, plötzlich stirbt, ist unfassbar. Ich habe von niemandem aus meinem Jahrgang gehört, der tot ist. Das wäre seltsam und irreal.

    Ich habe manchmal Träume. Tote begegnen mir, ich freue mich, dass sie da sind. Dann aufzuwachen ist seltsam, es sind traurige Träume trotzdem.

    Ja, Verzeihung, dass das hier so ausgeufert ist. Vielleicht erlaubt dein Post ein bisschen Platz für dieses Thema, über das keiner - ich auch nicht - sprechen möchte. Wenn mir danach ist, zieh ich mir den Brahms rein...

    https://www.youtube.com/watch?v=LDQZydqTU3o

    AntwortenLöschen
  2. Mir fällt zu diesem berührendem Tetxt nur eine Stelle aus Harry Potter ein:
    Bedaure nicht die Toten,sondern die Lebenden und die,die nie geliebt wurden.

    Viel Kraft
    Eva

    AntwortenLöschen
  3. .... unendlich traurig! :(

    Liebe Grüße
    CherryPrincess

    AntwortenLöschen