Reflexionen

06 Januar 2015

Mit 16 Jahren dachte ich:
27, 28 - das wird meine Zeit!
Ich bin finanziell unabhängig, habe meinen Traumjob, bin vielleicht mit dem Mann meiner Träume zusammen.

Und heute?
Arbeit: wird tendenziell immer schlechter
Mann meiner Träume: noch nicht in Sicht

Liegt es am Druck, den wir angeblich von der Gesellschaft spüren? Liegt es an der Krux, dass wir uns selbst immer mit den erfolgreichsten der Erfolgreichen vergleichen?

Was kann man tun?

Gnädig mit sich selbst sein?
Kleinere Brötchen backen?
Mehr den Augenblick genießen, statt voller Reue in der Vergangenheit zu hängen oder voller Panik in die Zukunft zu blicken?
Mit offenen Augen für neue Lebensentwürfe durch die Welt gehen?
Mehr auf die Intuition hören und auch selbstbewusst dazu zu stehen? - Vielleicht hat man nicht immer alles richtig gemacht, aber zu der Zeit, in dem einen Augenblick hat es sich richtig angefühlt.
Ist es überhaupt objektiv beurteilbar, was richtig oder falsch war?

Ich lasse die Erwartungen los und sage mir: Es wird schon wieder. Aber heute, heute muss es nicht mehr werden.

Ich bin mir sicher, morgen wird es schon wieder besser sein.

Katharina

(Dianas Antwort zu meinem Post findet ihr HIER.)


Kommentare:

  1. Unsere Erwartungen laufen gegen die Realität. Wir versuchen, unser kleines Glück zu schmieden und ziehen uns zurück. Das Glas ist meistens halbleer und voll sowieso nicht. Aber vielleicht ist es gerade so, wie es ist, gut? Das kleine Glück mit diesem Blog, der Luxus, gelesen zu werden, Zeit zu haben, sich ins Licht zu stellen, nicht jeden Tag vergehen lassen und sich fragen, was man eigentlich getan hat? Ein Gefühl, ein Bedürfnis teilen mit anderen, ja, jungen Frauen? Der folgende Artikel hat mir einen Denkanstoß gegeben. Vielleicht findet ihr einen Teil eures Lebens wieder? http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/01/entschleunigung-biedermeier-handarbeit-stressabbau

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  2. Austausch mit Gleichgesinnten und ein Hobby ist in jedem Fall ein gutes Mittel, um seelische Durchhänger zu bewältigen. Ja, und auch dieser Blog gehört für uns als Autoren dazu.
    Der Rückzug in sich selbst ist ebenso wichtig. Aber auch hier kommt es, wie fast überall im Leben, auf die Balance an. Jeder braucht einen Anker im Privaten, da die Welt im Ganzen nicht mehr beeinflussbar scheint. Ausblenden, Tür zu, Ruhe.

    Der Zeit-Artikel, den ich wirklich verschlungen habe, zeichnet jedoch auch ein sehr erschreckendes Bild: Wenn es so weit geht, dass der komplette Rückzug aus der Gesellschaft für die 25- bis 35-Jährigen zunehmend in Mode kommt, bekomme ich Angst. Wer engagiert sich dann noch? Und welche falschen Leute übernehmen die Öffentlichkeit? Ein Selbstversorger-Häuschen im Grünen ist für mich keine Alternative.
    Im Gegenteil. In den letzten Wochen habe ich gemerkt, dass sich politisch und gesellschaftlich zu engagieren ein sehr lebendiges Gefühl ist. Ja, auch wenn es in Zeiten von Pegida/Legida ein Thema vor der eigenen Haustür ist. Aber nur da kann man anfangen etwas zu verändern, beim Nachbarn, im Viertel, in seiner Stadt. Der Gedanken an eine Ehrenamt - sei es für Mensch, Tier oder Natur - schleicht sich bei mir mehr und mehr ein, um einen aktiven Gegenpol zur Arbeitswoche zu schaffen. Zu jener Arbeit, wie im Artikel zurecht beschrieben, von der sich viele heutzutage immer mehr entfremdet fühlen.

    In jedem Fall ist "etwas machen" besser als "nichts machen".

    Danke für deinen wirklich inspirierenden Kommentar!

    Liebe Grüße,
    Katharina

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