Slow down ODER Das Glück und ich | Gedanken

08 April 2016



Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich, Katharina, mit euch ein wenig über das Thema Glück reden. Was ist Glück? Was macht glücklich? Wer oder was bestimmt, dass man sich glücklich fühlt? Kann man immer glücklich sein? Muss man immer glücklich sein? Reicht nicht auch manchmal einfach nur "zufrieden"?

THE GRASS IS ALWAYS GREENER ON THE OTHER SIDE

Das Wort Glück ist nach meinem Empfinden omnipräsent in unserer Gesellschaft. Jeder muss ständig gut gelaunt sein und immer in allen Lebensbereichen nach Höherem streben, ständig alles "spannend" finden, sich im Beruflichen und Privatem optimieren, äußerlich wie innerlich. Und hast du bei all dem immer ein Lächeln im Gesicht und strotzt nur so vor Energie, dann läuft's scheinbar gut für dich. Man will sich mit dir umgeben, du bist vielleicht ein Vorbild. Das zumindest scheint ein allgegenwärtiger Anspruch von heute. Auf der anderen Seite: Ohne diejenigen, die es scheinbar besser und schneller machen, hätten wir selbst manchmal keinen Anreiz uns irgendwie zu verändern, zu verbessern.

Rein logisch betrachtet kann es so etwas wie "Glück" jedoch nur geben, wenn es im Gegenzug auch negative Dinge gibt, durch die wir lernen die guten von den schlechten Momenten zu unterscheiden. Als logische Konsequenz heißt das, Glück ist vergänglich, Glück ist immer nur ein Augenblick. Genauso wie Pech oder etwas anderes Schlechtes. Aber wenn wir mal ehrlich sind, besteht das Leben nicht eigentlich hauptsächlich aus ganz viel Normalität und Alltag zwischen diesen beiden Polen?

Glück an sich hat für mich außerdem eher etwas mit Zufall zu tun. Meine Mama verwendet gerne die Redewendung "das Glück des Tüchtigen", wenn meine Arbeit wertgeschätzt wurde, ich Lob oder Anerkennung bekommen habe. Ich antworte darauf meist mit einem Schulterzucken. Sehr gerne würde ich an diese Redewendung glauben, denn sie tröstet. Aber mir zeigt das Leben einfach nicht, dass man sich gute Momente erarbeiten kann bzw. dass jeder, der nur schön fleißig (an sich) arbeitet, tut und macht auch den "gerechten" Lohn dafür bekommt.

THE BRIGHT "SIGHT" OF LIFE

Wenn ich an Glück denke, muss ich sagen zufrieden sein ist auch manchmal ganz ausreichend. Humor ist für mich auch ein Schlüssel, nicht immer unglücklich zu sein. Zumindest damit mal die Perspektive zu wechseln. Was läuft grad alles eigentlich ganz gut? Entspannt zu sein fühlt sich gut an, Ruhe genießen zu können, ein warmes Plätzchen zu haben. Mit sich im Reinen sein macht unbewusst ebenfalls sehr ausgeglichen und um nicht zu sagen: glücklich. ;) Vielleicht macht ihr euch das ja auch gerade in diesem Augenblick, wo ihr diese Zeilen lest, bewusst.

Unterm Strich jedoch muss man sich auch irgendwie eingestehen, dass man dieses Ding namens Zufall, das was manche Schicksal nennen, nicht in der Hand. Liebe...Kinder...Gesundheit... Manchmal öffnen sich unverhofft Türen, manchmal schlägt das Schicksal derbe zu und wirft einen zu Boden. Der Punkt für mich ist aber die Zeit dazwischen und das soziale Netz, was man sich für solche Fälle aufbaut. Denn was kann man gegen das Schicksal unternehmen? Genau: gar nichts.

Das einzige Gesunde, was man dagegen bzw. mit diesem mitunter sehr lähmenden, hoffnungslosen Fakt tun kann, ist ihm nicht zu viel Raum in seinen Gedanken zu geben, im Moment zu leben. Was "Carpe diem!" in den 1990ern war, läuft heute unter dem Label "Achtsamkeit" oder auch "Entschleunigung". Das Prinzip dahinter ist dasselbe geblieben: Schalt mal einen Gang runter, atme durch, schau dich um, geh in dich und werd dir deiner selbst bewusst.
 
GLÜCKSTRAINING

An dieser Stelle möchte ich auch über ein für mich besonderes Buch sprechen. Es hilft mir seit einigen Jahren immer wieder zur Ruhe zu kommen, abzuschalten, zu differenzieren: "Mein Glückstrainingsbuch" von Heide-Marie Smolka.
 
Dieses Buch lehrt Achtsamkeit, den schönen Momenten mehr Raum zu geben und zwar nicht nur vom Zeitanteil her, sondern v.a. vom gedanklichen Anteil her. Es lehrt Vorfreude und Nachfreude. Es lehrt zwischen verschiedenen Lebensbereichen zu unterscheiden und Abstufungen in deren Bewertung auf der "Glücksskala" vorzunehmen. So wird das, was gerade nicht so optimal läuft und alles andere überstrahlt in eine, und zwar nur eine, Kategorie verwiesen. Und das, was eigentlich gut läuft oder zumindest ok ist, wird sichtbar. Das Buch lehrt, dass jede Situation verschiedene Sichtweisen hat.






















Das schönste aber ist, dass das Glücktrainingsbuch ein Arbeitsbuch ist. Man wird aufgefordert Kreuzchen zu machen, Tabellen auszufüllen, einzelne Aspekte auf Skalen einzutragen, Listen zu erstellen. Zum Beispiel möglichst viele schöne Dinge aufzuschreiben, "Dinge", die man nehmen, aber auch geben kann - ohne Geld versteht sich - und man wird dazu angehalten auch ja in allen fünf Sinnen zu denken. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass man alte Hobbies, Gewohnheiten oder Orte wiederentdeckt, die einem doch mal so gut taten. Am praktischsten für den Alltag finde ich zum Beispiel das so genannte Entscheidungsdreieck: Love it - Change it - Leave it. Googelt mal danach.



Unterm Strich erzählt das Glückstrainingsbuch davon, wie wir die negativen Gedanken im Zaum halten können. Verbringt Zeit mit euren Liebsten, probiert Neues aus, lebt im Moment. Denn an all die schlimmen Dinge zu denken, die eventuell, möglicherweise oder sogar gewiss kommen werden, verderben euch den Augenblick. Und wenn ihr es zulasst wahrscheinlich sogar die ganze Zeit bis zu jenem Tag. Durchdenkt jene bedrohliche Situationen kurz, seid vorbereitet, macht euch einen Plan  - insofern es etwas zu planen gibt - und dann beschäftigt euch konsequent mit etwas anderem.

Jetzt habt ihr vielleicht den Eindruck, dass ich der positivste Mensch auf Erden bin, aber falsch gedacht. An diese Dinge muss ich mich selbst auch immer wieder erinnern, denn gerade bei Stress vergesse ich alle guten Vorsätze. Meine Gedanken gleichen dann einem Karussel, sehr assoziativ und unlogisch. Ich merke auch körperlich, wenn es mir nicht gut geht: mein Nacken verspannt sich, ich bekomme Kopfschmerzen. Auch die schönen Dinge nach Feierabend oder am Wochenende kann ich dann nicht mehr genießen, bin unruhig. Bei Treffen mit Freunden zum Beispiel läuft es dann so:  Ich bin nicht mit ganzem Herzen dabei, weil da scheinbar so vieles anders ungeklärt ist. Für Hinterher gibt es eigentlich nur zwei Varianten: Entweder ich hatte eine großartige Zeit und wurde abgelenkt, fand ein offenes Ohr oder ich bereue nicht im Augenblick gewesen zu sein. Schlecht gelaunt, zu ruhig wahrscheinlich, vielleicht ungeduldig und unschlüssig. Auf jeden Fall war ich kein guter Zuhörer. Und mich selbst mitteilen und aus meinem Grübel-Universum rauskommen konnte ich mal schon gar nicht.

...Dies waren nur ein paar Gedanken, ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Logik.

An dieser Stelle würde mich jetzt interessieren: Welche "Strategien" ihr habt, wenn es euch mal nicht so gut geht. Was macht euch glücklich? Was holt euch in das Hier und Jetzt zurück?

Bei mir sieht das so aus:





In diesem Sinne, lebt im Augenblick und freut euch an den kleinen Dingen! Ich wünsche es euch!
 
Alles Liebe! ♥
Eure Katharina

P.S.: Ich freue mich über jeden Kommentar. Wenn ihr mal reden müsst, schreibt uns.
 

Kommentare:

  1. Hallo Katharina,

    deinen heutigen Blogpost finde ich sehr interessant, da er sich ja eigentlich mit einem alltäglichen aber dennoch besonderen Thema beschäftigt.

    Glück und Zufriedenheit haben auch mich schon mal zum Nachdenken gebracht und vor allem habe ich hinterfragt warum andere Länder glücklicher zu sein scheinen Vor allem die fernöstliche Kultur scheint ja stets in sich und in der inneren Zufriedenheit zu ruhen. Deswegen habe ich vor langem mal angefangen mit Tai Chi und ich muss sagen mit der Zeit merkt man einige Veränderungen wenn man es kontinuierlich betreibt.
    Glück an sich definiere ich meistens auch als "Zufall". Wenn man Glück hat, bekommt man die Bahn noch, gewinnt bei einem Gewinnspiel, ist zum richtigen Zeitpunkt einfach am richtigen Ort.
    Glücklich bin ich aber auch beim Sport oder wenn ich tolle Unternehmungen mache :)

    Alles andere fällt bei mir tatsächlich unter ein zufriedenes Leben - und ich denke da den Einklang gefunden zu haben ist auch etwas sehr wichtiges.

    Was ich aber etwas seltsam finde ist, dass "Glück" etwas zum Geschäft geworden ist - um glücklich zu sein brauchst du teure Schminke, Markenklamotten, ein großes Auto. Natürlich macht es Spaß sich auch mal etwas zu gönnen ... ich kaufe ja auch gern Nagellacke und Co. Aber trotzdem denke ich sollte man von dem Glücksgedanken durch Konsum den größten Abstand haben :)

    Liebe Grüße

    Nina

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    1. Liebe Nina,

      oh, da hast du dir aber sicher viel Zeit für den Kommentar genommen, ich danke dir sehr!

      Anregungen in anderen Kulturen zu finden, finde ich auch immer sehr spannend, um einen anderen Blick auf die eigenen Werte und das eigene Leben zu bekommen. Vielleicht auch mal dankbar zu sein, zu sehen welchen Stellenwert die Familie zum Beispiel hat. Tai Chi hat mich aus den fernöstlichen Ländern auch immer sehr fasziniert, leider hatte ich nie die Chance es auszuprobieren. Was ich da auch ganz toll finde, ist die innere Ruhe, die man trainiert und dass man (soweit ich weiß) auch auf den Atem achtet.

      Glück im Kontext von Konsum - oh, das ist interessant. Das stimmt, zumindest das meiste Produktmarketing funktioniert so, definitiv. Das ist in einem bestimmten Maße auch ok, wie ich finde. Jeder umgibt sich ja gern mit schönen oder positiven Dingen, aber die Mischung machts halt, nicht über die Stränge schlagen und so. Allein zum Thema Glücksratgeber hätte ich auch noch den ein oder anderen Absatz parat gehabt ;)

      Also nehme ich mit: Sport und Bewegung. :)

      Lieben Dank noch mal für deinen Kommentar. Ich habe mich wirklich sehr gefreut!!!

      Liebe Grüße
      Katharina

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  2. Wow, wow, wow, das ist jetzt SO viel Stoff zum Nachdenken. Dazu muss ich mich auf jeden Fall äußern, aber wo anfangen? Mir schießen so viele Gedanken durch den Kopf, aber irgendwie kann ich nichts gut ausführen, hole zu weit aus, schweife ab. In jedem Fall möchte ich, dass du weißt, dass ich den Beitrag total mutig finde und sehr schätze!!

    "Aber mir zeigt das Leben einfach nicht, dass man sich gute Momente erarbeiten kann bzw. dass jeder, der nur schön fleißig (an sich) arbeitet, tut und macht auch den "gerechten" Lohn dafür bekommt." -Word.

    Carpe Diem ist wohl der beste Satz, den sie je jemand einfallen hat lassen. Darin liegt in meinen Augen das größte Problem von uns allen. Nämlich, dass wir immer auf irgendetwas warten, Dinge aufschieben, uns denken, dann und dann, wenn ich das und das erreicht habe, dann geht das Leben los, dann bin ich glücklich. Aber der Tag kommt halt nicht und irgendwann ist es zu spät um die Dinge weiter aufzuschieben. Andererseits ist es unglaublich schwer wirklich im Moment zu leben. Ich denke mir das immer bei der Arbeit. Ich glaube das Denken kommt schon aus der Schulzeit - man wartet immer auf das Ende der Stunde, auf die letzte Stunde, auf das Wochenende, die Ferien. Im Berufsleben wartet man dann auch auf den Feierabend und den Urlaub. Die Arbeit macht zwar Spaß und ist etwas, das man gerne macht (im Idealfall, öfters nicht, let's face it), aber trotzdem ist da immer das Warten, bis es vorbei ist. Weil man es sich ja irgendwo nicht ausgesucht hat in dem Sinne, dass ich arbeiten muss, um zu überleben. Ganz oft denke ich mir in letzter Zeit, wenn ich mal wieder rechts unten auf die Uhrzeit schaue: "Du lebst jetzt, in dieser Sekunde. Schau nicht auf die verdammte Uhr, um irgendwann später zu leben." Klingt lustig, ist aber extrem schwer und ich denke, dass es viel zu vielen Leuten so geht.

    Ich habe tatsächlich keine Strategie für die Zeiten, in denen es mir nicht gut geht. Es gibt aber Dinge, die mich weiterbringen und vorantreiben, die auch irgendwo Glück für mich sind. Musik wird dann noch wichtiger. Die meiste Musik höre ich tatsächlich, wenn irgendwas nicht stimmt, das gibt mir extremen Halt. Dann mein Zuhause, da wo ich ich sein kann ohne jegliche Grenze. Ich versuche jede Minute zu nutzen, wirklich zu realisieren, dass ich in meinem geschützten Hafen bin, haha. Und in den schweren Zeiten ist es für mich immer noch meine Familie, die mir viel Kraft gibt. Meine Mama anrufen, ich glaub das wird sich nie ändern. Das ist seit dem letzten Sommer mein Leitsatz, der sowohl positiv als auch negativ sein kann. Alles endet. Alles. Hilft mir durch den Tag, bricht mir manchmal das Herz. Meistens hilft es mir aber einfach ungemein.

    Ich versuche immer mehr die kleinen Dinge wert zu schätzen. Frische Blumen, Sonnenschein, die Luft, ein Buch lesen. Heute hatte ich meinen freien Tag und mir haben wirklich banale Dinge Freude bereitet. Einkaufen und sich Zeit dabei lassen, Bücher durchzuschauen, Autowaschen, zuhause rumräumen und alles etwas schöner machen. Das Äußere für das Innere, damit man sich wieder wohler fühlt. Was mich glücklich macht, ist, wenn ich meine Zeit frei einteilen kann, was gar nicht oft vorkommt. Lange Bahnfahrten und weite Aussichten, die Natur und wenn ich anderen Leuten helfen kann. Und bisher noch keine einzige Sache, die Geld kostet. Und auch nichts, dass irgendwas mit Erfolg zu tun hat.

    Ein Roman und ich hab noch nicht mal die Hälfte gesagt. Mir wirbeln jetzt auch tausend Quotes im Kopf herum und ich muss jetzt noch auf einen Song von Prinz Pi verweisen. Tatsächlich ja nicht "Glück", sondern "Unser Platz" - darin kann ich soviel lesen, das zu diesem Thema passt. Ich muss noch sagen, dass das Katzenfoto unheimlich schön ist. Damit bin ich raus.

    Herzchen. Maja.

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    1. Liebe Maja,

      das "wow, wow, wow" kann ich an der Stelle nur zurückgeben - tausend Dank für deinen so ausführlichen Kommentar! Ich war wirklich sprachlos und hab die aufgerissenen Augen gar nicht mehr zu bekommen...

      Thema "warten" - ja, das verdient definitiv noch einen eigenen Beitrag an sich. Ich finde es im Alltag gar nicht so leicht umzusetzen. Vieles muss halt und macht man auch, obwohl man so gar keinen Bock hat. Sich den Haushalt zum Beispiel schön zu reden klappt bei mir nur selten. Aber die Strategie wäre wohl auch da, es einfach zu machen und evtl. gedanklich schon bei der Vorfreude auf das nächste Ereignis zu sein oder sich in Gedanken zu rufen, wie schön es hinterher ist, ganz so wie du es von deinem Samstag beschreibst. Der Klassiker bei mir ist zum Beispiel Job und Urlaub. Da möchte man so vieles, aber es sind doch zum Teil große Entscheidungen, die getroffen werden müssen und ich gern aufschiebe. Vor allem, da man in diesen Bereichen dann doch abhängig von anderen ist. Ein Job zu bekommen hat dann doch ganz viel mit Zufall zu tun, in den Urlaub möchte man nicht allein und wartet auf Dienstpläne usw.

      Das mit den kleinen Dinge wertschätzen finde ich auch sooo wichtig. Die Sonne nach dem langem Winter. Ein Strauß Tulpen. Mal Stille. Keine Hektik, kein Stress, sich die Zeit frei einteilen. Das ist wirklich Gold wert. Dafür liebe ich Sonntage. Da ist alles viel ruhiger, entschleunigt. Wenn man überhaupt die Uhr vergessen kann, das ist für mich auch Glück. Dann weiß man, dass man so richtig in etwas vertieft war.

      Das mit deiner Mama finde ich, klingt total schön. Ein Fels in der Brandung... :)

      Ich nehme also mit: nichts aufschieben, Musik, Familie, Natur :)

      Also noch mal: Ich freue mich sehr, dass das Thema bei dir so ins Schwarze getroffen hat und dich zu diesen wundervollen Gedanken angeregt hat! So war der Beitrag gedacht. Wunderschön! Tausend, tausend Dank! Auch mein Kater lässt ein danke ausrichten.

      Alles Liebe
      Katharina <3 <3 <3

      P.S.: Eine Antwort auf deine Mail muss ich dir leider noch ein Stück schuldig bleiben (aber auch über die habe ich mich riesig gefreut!!!). Muss ein bisschen kürzer treten.

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